Welche Strategien gibt es für Legacy-Migration mit KI-Unterstützung? — Kodschul Wissen
Legacy Migration mit KI7 Min. Lesezeit

Welche Strategien gibt es für Legacy-Migration mit KI-Unterstützung?

Direkte Antwort

KI-gestützte Legacy-Migration lässt sich in drei Grundstrategien einteilen — automatisierte Eins-zu-eins-Code-Übersetzung für klar abgrenzbare, gut getestete Module, KI-unterstützte schrittweise Ablösung nach dem Strangler-Fig-Muster für große, geschäftskritische Systeme, und KI-gestützte Dokumentation und Verständnisaufbau als Vorstufe, wenn das Altsystem zunächst überhaupt erst verstanden werden muss.

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Die Frage ist selten, ob KI beim Übersetzen von Code helfen kann — sie kann es. Die Frage ist, ob eine automatisierte Übersetzung für dieses konkrete System das richtige Vorgehen ist.

KI verspricht bei Legacy-Migration oft "automatische Übersetzung von A nach B", während die eigentliche Herausforderung meist darin liegt, welches Vorgehen für das jeweilige System und Risiko überhaupt angemessen ist.

Automatisierte Code-Übersetzung für klar abgrenzbare Module

Bei gut getesteten, klar abgegrenzten Modulen mit überschaubarer Komplexität kann ein KI-Agent Code weitgehend automatisiert von einer Sprache oder einem Framework in ein anderes übersetzen, mit anschließender automatisierter Testverifikation gegen die bestehende Testsuite.

Dieses Vorgehen scheitert bei Modulen mit unklarer oder fehlender Testabdeckung, weil dann niemand verlässlich prüfen kann, ob die übersetzte Version dasselbe Verhalten zeigt wie das Original.

Strangler-Fig-Migration für große, geschäftskritische Systeme

Bei umfangreichen Systemen, die während der Migration weiterlaufen müssen, hat sich das Strangler-Fig-Muster bewährt — neue Funktionalität wird schrittweise im neuen System gebaut, während das Altsystem parallel weiterläuft, bis es Funktion für Funktion abgelöst ist.

KI-Unterstützung hilft hier vor allem beim Verstehen, welche Altfunktionalität noch aktiv genutzt wird und welche Abhängigkeiten zwischen Modulen bestehen, bevor überhaupt mit dem Ablösen begonnen wird.

KI-gestützte Dokumentation als notwendige Vorstufe

Bei sehr alten Systemen ohne aktuelle Dokumentation und ohne verbliebenes Wissen im Team ist der erste sinnvolle Schritt oft nicht die Migration selbst, sondern der KI-gestützte Aufbau von Verständnis — etwa durch automatisierte Analyse von Abhängigkeiten, Datenflüssen und ungenutztem Code.

Ohne dieses Verständnis besteht das Risiko, während der Migration versteckte Geschäftslogik zu übersehen, die zwar niemand mehr dokumentiert hat, aber weiterhin von realen Geschäftsprozessen benötigt wird.

Wann passt es — wann nicht?

Passt gut

  • Das Modul ist klar abgegrenzt und gut getestet
  • Das System ist groß, geschäftskritisch und muss während der Migration weiterlaufen

Passt nicht

  • Es gibt keine verlässliche Dokumentation und keine Tests für das Altsystem